Als Wissenschaft beschäftigt sich Ethik mit der Frage: Wie soll ich handeln? Anders ausgedrückt, welche Ziele gilt es mit meinen Handeln zu erreichen und wie erreiche ich diese?
Welche Ziele gilt es mit meinem Handeln zu erreichen?
Die Frage nach den Zielen wird informiert von den eigenen Werten, der eigenen Moral. Werte sind das, was du durch dein Handeln erhalten möchtest. Sowohl im Sinne von "sich am leben halten" oder "ein Gebäude erhalten" als auch "einen Apfel bekommen". Tugenden sind die Handlungen, die diese Werte herbeiführen. Dabei sind Werte nichts primäres, sondern sekundäres. Werte bedingen die Frage: Von Wert für wen oder für was? Sie bedingen einen lebenden Organismus, der implizit oder explizit Bewertungen vornimmt. Eine Moral ist dein persönlicher Kodex an Werten. Doch braucht der Mensch überhaupt Werte, oder sind diese ein Luxusgut, das sich nur Wohlhabende erlauben können?
Brauchst du als Mensch Werte?
Die gängige Annahme ist, dass Werte und Moral einen Nutzen haben, sobald ein Mensch zusammen mit anderen lebt, nicht jedoch wenn er sich allein auf einer Insel befindet. Nur das Zusammenleben erschafft die Notwendigkeit, da nur dann Konflikt entstehen kann. Nichts könnte der Wahrheit ferner sein. Das Leben als Mensch bedingt naturgegeben physische Werte. Zumindest Essen, Trinken und Schutz vor extremer Witterung. Diese Werte werden dem Menschen nicht gegeben, sondern müssen durch Handlungen erschaffen bzw. produziert werden. Wenn du dem durch dein Handeln nachkommst, ist dein Leben für dich ein Wert. Dein Handeln dient dessen Erhalt. Egal ob allein, in einer kleinen Gruppe von 50, oder einer Zivilisation von Milliarden. Die Notwendigkeit von Werten ist also in der Realität verankert. Und genau diese ist, was deine Werte informiert. Die Realität deines Lebens als Mensch, deine Natur, das was für dein Leben und Überleben notwendig ist. Dein Leben macht erst jeden weiteren Wert möglich und ist somit dein oberster Wert. Alle anderen Werte sind die Mittel, die dem erreichen deines Lebens in seinem erstrebenswerten Zustand, physische und mentale Gesundheit und Glück, dienen. Leben ist ein Selbstzweck. Alles was ihm im Weg steht kann guten Gewissens zurückgewiesen werden.
Ethik ist keine subjektive Wissenschaft, auf die jeder seine eigene Antwort finden muss, die Launen, Intuitionen, Gefühlen, Glauben oder Wünschen unterliegt, auch nicht denen der Mehrheit, sondern eine objektive Notwendigkeit, die es mittels des Verstandes zu entdecken gilt. Denn Wahrheit wird nicht erfunden oder drüber abgestimmt, sie wird entdeckt. Bei definition. Ethik bildet keine Ausnahme. Weiterhin ist Ethik nichts belastendes, einschränkendes oder gegen dich gerichtetes. Ethik ist für dich, für dein Leben und für dein Glück.
Standards
Standards sind Dinge anhand denen bewertet und gemessen wird. Der Meter für Längen, die Sekunde für Zeit und dein Leben für dich als Mensch. Was deinem Leben dient ist gut, was ihm im weg steht, ist schlecht. Das Anerkennen dieser Realität ermächtigt dich, aber erlegt dir auch die Verantwortung für dein Leben auf. Es obliegt dir die korrekten Mittel oder Werkzeuge zu wählen, um zu realisieren, was deinem Leben dient, was in deinem Interesse ist, und was nicht. Nichts in der Welt wird dir das abnehmen. Deine inhärenten Mittel sind dein Verstand in Verbindung mit deinen Sinnesorganen. Mit den Werkzeugen kannst du evaluieren, was deinem Leben dient und was nicht.
Denken und Wählen
Mittels deines Verstandes als primären Sinn des Menschen gilt es die Realität zu erkunden und gemäß dieser zu handeln. Du besitzt einen freien Willen, du hast die Wahl zu Denken oder nicht. Da du mittels deines Verstandes deine Werte bestimmst und durch dein Handeln ausdrückst und erhälst, musst du für dich selbst denken und handeln, um dein eigener Herr zu sein. Nicht selbst zu denken ist das Abtreten der Verantwortung des Erhalts deines Lebens und dessen erstrebenswerter Zustand: Glück. Dies ist der Zustand eines Neugeborenen. Ein Baby ist physiologisch nicht dazu in der Lage rational zu denken oder für sein Überleben zu sorgen. Sein Überleben bedingt der Fürsorge seiner Eltern. Verweigerst du eigenständiges Denken, bist du abhängig von denen, dessen Gedankengut du annimmst, um deine Werte und dein Handeln zu informieren. Du begibst dich auf dieser Ebene auf das Niveau eines Neugeborenen.
Der Erfolg deines Handelns ist abhängig davon, dass deine Taten im Einklang mit der Realität stehen. Schreist du ein Wildschwein an und erwartest, dass dieses dadurch tot umfällt, damit du zu essen hast, kannst du dies sehr wohl tun, doch wirst vermutlich keinen Erfolg haben. Nutzt du stattdessen deinen Verstand und weist diesen korrekt an, deinen Körper zu bewegen, kannst du dir Pfeil und Bogen bauen und mit etwas Geschick und Übung ein Wildschwein erlegen. Das mag ein sehr simples Beispiel sein, doch das Prinzip steht. In unserer aktuellen [Gesellschaft, organisiert als Demokratie, welche nichts weiter als weicher, versteckter Faschismus und Sozialismus ist](#Gesellschaftssysteme), übernehmen sehr wenige das Denken für sehr viele. Bei jedem Problem wird nicht vom einzelnen eine Lösung gesucht, sondern immer direkt gefordert, der Staat solle etwas unternehmen. Weiterhin werden die Probleme der Einzelnen die Probleme aller. Denken und somit Verantwortung wird auf lokaler, individueller Ebene abgetreten und Bürokraten und deren Puppenspielern überlassen. Jede Verantwortung und Macht, die auf lokaler Ebene abgegeben wird, endet früher oder später in den Händen von Tyrannen. Denn mit Verantwortung kommt Macht. Nach Macht streben keine verantwortungsbewussten Menschen. Da wir und unsere Vorfahren für Generationen nicht eigenständig denken und handeln, haben wir kein Recht, uns über den desolaten Zustand der Gesellschaft zu beschweren. Man erntet, was man sät. Wenn man andere säen lässt, darf man sich nicht über die Früchte der Sat, oder dessen Ausbleiben, beklagen. Wer jemanden in den Abgrund folgt, muss sich nicht wundern, dass er fällt. Und doch wird er überrascht sein, da er zwar sieht, doch nicht erkennt. Da er zwar tut, doch nicht denkt.
Du hast also die Wahl, nicht zu denken, nicht deinen eigenen Verstand einzusetzen, nicht nach eigenen Standards zu bewerten und zu handeln, die Realität zu ignorieren, doch du hast nicht die Wahl, den Konsequenzen deiner Ignoranz zu entkommen. Denn Realität heißt Konsequenzen, im positiven wie im negativen.
