Ökonomie ist die Wissenschaft des menschlichen Handelns. Sie ist extrem Praxis nah und sehr intuitiv. Zudem sind die Grundlagen leicht verständlich, selbst für Kinder. Es ist ein axiomatisches System, welches Worte als atomare Bausteine benutzt. Das bedeutet, dass es einige Grundannahmen gibt, von denen dann Aussagen und Wissen abgeleitet wird. Jeder Aussage unterliegt also einem Beweis, basierend auf Axiomen. Es hat fundamental nichts mit Zahlen, Banken oder Geld zu tun, sondern mit Menschen. Weil Menschen diese eben genannten Dingen erschaffen, können wir diese mithilfe von Ökonomie analysieren, aber keineswegs geht es um abstrakte Gebilde oder komplizierte Formeln.
Die Axiome
Die drei fundamentalen Axiome lauten:
- Menschen handeln
- Wert ist subjektiv
- Menschen haben Dinge lieber früher als später
Diese Aussagen werden für selbst evident gehalten.
Menschen handeln und können gar nicht anders als zu handeln. Handeln ist das Verfolgen von bestimmten Zielen unter Einsatz bestimmter, begrenzter Mittel. Jeder, der dies anzweifeln möchte, involviert sich in einer Diskussion (wenn auch nur mit sich selbst), welche eine Handlung darstellt. Sein Ziel wäre es, das Handlungsaxiom zu widerlegen, seine Mittel wären zumindest sein Körper und der Raum, den sein Körper einnimmt. Er beweist also in seinem Zweifeln das Axiom des menschlichen Handelns.
Die subjektive Natur von Wert ist einleuchtend, wenn man versteht, dass Wert nur entsteht, weil Menschen sich entscheiden, Bewertungen vorzunehmen. Wert ist nicht intrinsisch in Objekten. Somit hat Wert keine Einheit und kann nicht quantifiziert werden. Es ist sinnlos zu sagen, dass ein Apfel 10 Wert ist, ein Auto 300 und ein Pferd 170. Alles was wir sagen können ist, dass wir ein Auto ein Pferd vorziehen. Oder ein Pferd einen Apfel vorziehen. Wir haben also nur eine ordinale Skala, keine kardinale. Unsere individuellen Präferenzen sind entscheidend.
Wir ziehen früher später vor. Dies bedeutet, dass bei gleichbleibenden Umständen, wir ein Gut lieber heute als morgen haben. Der grad, zu dem wir heute morgen vorziehen, wird Zeitpräferenz genannt. Dieser wird hier ausgedrückt und ist natürlich subjektiv unterschiedlich für jeden Menschen. Das Axiom kann nicht bewiesen werden, da es im Konflikt mit subjektiven Wert steht.
Warum solltest du etwas von Ökonomie verstehen?
Wir haben festgestellt, dass Ökonomie eine sehr Menschen nahe Wissenschaft ist. Sie sagt uns, wie wir handeln müssen, wenn wir bestimmte Ziele erreichen wollen. Sie macht allerdings keine Aussage darüber, was unsere Ziele sein sollten. Es ist also keine normative Wissenschaft. Dies obliegt dem Gebiet der Ethik.
Weiterhin hilft uns Ökonomie zu bewerten, was die Konsequenzen unserer Handlungen sein werden, sowie die Handlungen anderer. Dies ist wichtig, um diverse politische Systeme zu bewerten, die Aussagen von Politikern einzuordnen, effektiv Unternehmen zu leiten, Entscheidungen für die eigene Zukunft zu treffen (privat und beruflich), und den Umgang mit Geld zu optimieren. Ein Unverständnis von Ökonomie kann man sich in einer so extrem politisierten und finanzialisierten Welt nicht erlauben.
