Philosophie

Macht

09. September 2025

Macht ist ein zweischneidiges Schwert. Wer nach Macht über andere Menschen strebt, gibt diesen Menschen, die er zu dominieren Sucht, Macht über sich selbst. Wenn ich das Bedürfnis habe, jemanden zu dominieren, ihm meinen Willen aufzuzwingen, zu unterwerfen, dann nur, weil ich dadurch mein Selbstwertgefühl und meine Selbstachtung bekomme. Darin suche ich mein Glück. Ich lege also mein Glück und meine Selbstachtung in die Hände derer, die ich zu dominieren suche. Gäbe es diese Menschen nicht, bliebe nur noch Leere. Ich habe zwar macht über die Körper meiner Untertarnen, doch dafür gebe ich ihnen die Macht über meine Seele. Ich besitze keine inneren, seelischen Werte und versuche diese Lücke mit etwas externen zu stopfen. Weil die inneren Bedürfnisse, Liebe, Anerkennung, Güte, nach denen die menschliche Seele trachtet, aber nicht durch externe Dinge befriedigt werden können, wird meine Macht mir nie genug sein.

Deshalb ist kein Reich groß genug, kein Krieg zu teuer, keine Welt genug. Das zwangsläufige Ende im Extremen ist mein Tot im Größenwahn oder meine Einsicht, dass ich das unmögliche versuche. Im kleinen ist das Resultat ein Leben ohne echte Freunde und ohne Liebe. Eine Existenz geprägt von parasitären Beziehungen, dumpfe Freude am Leid anderer und hedonistischen Angewohnheiten.

Alle Menschen, die nach Macht über andere streben, sind unsichere, schwache, verkümmerte Seelen. Es macht wenig Sinn, ihren Hass und Groll zu erwidern.

Die Bewertung des eigenen Erfolges und Wertes liegt extern, nicht intern. Man macht sich zum Sklaven derer, über die man Macht ausübt. Es entsteht eine Abhängigkeit von den eigenen Untertarnen, da diese die Quelle des Machtgefühls sind. Die eigene Existenz ist leer und selbstlos. Der Ursprung liegt in der eigenen innere Unsicherheit und Unzulänglichkeit. Es wird kein Selbstwertgefühl besessen, weshalb versucht wird, dieses von äußeren Dingen zu bekommen.

Kenny Blöcker

Seit ich denken kann, wollte ich die Welt um mich herum verstehen. Als Life Coach kann ich meine Wissbegierde stillen und gleichzeitig die Freude am Lernen mit meinen Mitmenschen teilen.

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