Philosophie

Schuld

09. September 2025

Schuld ist das Besitzen einer Verpflichtung. Nur die Natur oder deine eigenen Taten können dir eine Schuld auferlegen. Die Natur erlegt dir die Schuld auf, produktiv zu sein. Kommst du dieser Schuld nicht nach, ist der Tot die Konsequenz. Deine eigenen Taten legen dir die Schuld zur Wiedergutmachung auf, sollten diese den Besitz anderer beschädigen oder zerstören.

Schuld und Recht

Das Konzept von Schuld wurde in unserer Zeit und durch die Geschichte hinweg negiert. Am deutlichsten wird das bei dem widersprüchlichen Konzept von opferlosen Straftaten. Also Verletzungen des "Rechts", bei denen der Kläger nicht die geschädigte Person ist, da es keinen Geschädigten gibt, sondern eine fiktive Person oder Personengemeinschaft, die Schaden gegen sich erfindet. Daher auch die Notwendigkeit der Negation von Gerechtigkeit - von Bestrafung statt Wiedergutmachung. Wenn niemand anderes zu Schaden gekommen ist, dann gibt es auch nichts wiedergutzumachen. Wenn es sich dennoch um eine "Straftat" handelt, dann bleibt nur noch Bestrafung als Konsequenz.

Schauen wir uns das am Beispiel von "Geldwäsche" an. Geldwäsche ist das Umgehen von Steuern, bzw. das Einschleusen von unversteuerten Geld in den vom Staat sanktionierten Umlaufvermögen an Geld. Sanktioniert bedeutet so viel wie geduldet, erlaubt oder anerkannt vom Staat. Alles Geld, das nicht vom Staat sanktioniert, als Legal anerkannt wird, ist somit Schwarzgeld. Die Definition von Steuern ist unfreiwilliger Handel. Handel ist der Austausch von ökonomischen Gütern. Dieser kann entweder freiwillig oder unfreiwillig, unter Androhung oder Ausübung von Gewalt, geschehen. Andere Worte für unfreiwilliger Handel sind also Raub, Diebstahl oder Klau. Ein Staat ist ein Zusammenschluss von Menschen, die innerhalb eines bestimmten Territoriums das alleinige Recht auf das Initiieren von Gewalt beanspruchen. Ein anderes Wort für Staat ist also Mafia. Steuern, Raub, bildet in der Regel die primäre Finanzierungsmethode des Staates, der Mafia.

Nun sind wir in der Lage, Geldwäsche in simplen Worten und mit Klarheit zu definieren. Geldwäsche ist das Umgehen von Raub der Mafia. Also der Schutz des Eigentums des Individuums vor gewaltsamer Enteignung. Und deshalb muss das Konzept von Schuld und Gerechtigkeit um 180° verdreht werden in einer totalitären Gesellschaft, in der Raub institutionalisiert wurde zum "Wohl" der Beraubten.

Schuldig deinen eigenen Werten gegenüber

Ein Mensch empfindet in der Regel Schuld, wenn er gegen seine eigenen Werte verstößt bzw. etwas von Wert für ihn zerstört oder verletzt. Wenn er es also nicht schafft, die Werte, die er vorgibt zu vertreten (primär vor sich selbst), in seinen Taten umzusetzen.

Hast du deine Werte im Einklang mit der Realität gewählt, ist die Schuld durch das falsche Handeln in sofern nützlich, dass sie Schmerz darstellt, die dich motiviert, in Zukunft besser zu handeln. Dies muss in dem Fall anerkannt werden, woraufhin sich selbst vergeben werden darf und sollte. Es macht keinen Sinn, die Last der Schuld noch länger mit sich rum zutragen. Das wäre selbstzerstörerisch und dient nicht deinem Leben.

Die Werte der meisten Menschen stehen nicht im Einklang mit der Realität. Oftmals werden gar nicht eigene Werte besessen, sondern externe angenommen. Das führt in der Regel zu einer unpraktikablen Moral, welche zu selbstzerstörerischen Handlungen führt, was sich unter Anderem in Schuld manifestiert. Die externen Werte, eingepflanzt von Eltern, Schule und Gesellschaft, beinhalten Glaubenssätze wie

  • "Um gut zu sein muss ich für andere Opfern"
  • "Ich darf nicht schlecht über andere denken"
  • "Ich muss die Erwartungen meiner Eltern erfüllen"
  • "Ich muss artig sein"
  • "Leben ist leiden"
  • "Arbeit muss hart sein"

Die empfundene Schuld ist eine Konsequenz aus dem Versuch, gegen die Realität zu verstoßen. Der einzige Weg, ein Schuldfreies Leben zu führen ist, seine Werte und Glaubenssätze zu hinterfragen, zu analysieren, ob diese dem eigenen Leben dienlich sind, ob diese einen Aspekt der Realität beschreiben, oder ob sie lediglich künstlich, falsch und feindlich sind. Das ist leichter gesagt als getan. Diese Schuld kann oftmals nicht ergründet werden, da dessen Offenbarung mit hohen psychologischen Kosten verbunden ist.

Einerseits hat dein Umfeld (Familie, Freunde, Arbeit) meistens sehr ähnliche Werte und Glaubenssätze wie du, weshalb eine Veränderung bei dir zu Inkompatibilität mit ihm führt. Änderst du deine Werte, ändert sich deine Wahrnehmung deiner Umgebung, einschließlich dir nahe stehenden Menschen. Du wirst dich den Menschen, die deine Veränderung nicht mitmachen, zunehmend entfremden. Die ganzen schädlichen, schuld verursachenden Aktivitäten, Gespräche und Meinungen, die du zuvor in deinem Umfeld hattest, wirst du dich zunehmend entziehen. Im Umgang mit dem Umfeld wirst du wie ein Spiegel fungieren, der anderen Aufzeigt, wie ein unbeschwerteres, glücklicheres Leben funktionieren kann. Du wirst den Hass und Groll der Menschen auf dich ziehen. Sie werden ihre eigene Unzufriedenheit auf dich projizieren. Dies ist ihr Schutzmechanismus, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass sie selbst mit sich unzufrieden sind, doch nicht die Energie oder den Mut haben, etwas zu ändern. Das sind die externalisierten psychologischen Kosten deiner Entscheidung, ein Schuldfreies leben zu führen.

Die internalisierten Kosten bilden das eigene Konfrontieren deiner Unzulänglichkeiten und Fehler. Seine eigenen Werte und Gedankengut fundamental zu hinterfragen und zu ändern kann extrem beängstigend wirken. Es ist nicht nur ein implizites Eingeständnis, dass du viele Jahre eine unvollständige Existenz geführt hast, sondern auch der Verlust deines aktuellen Selbstgefühls. Die Dinge, über die du dich definiert hast, sind meistens Teil des Problems, Teil des schädlichen Gedankenguts. Du wirst den Kern deines Wesens befreien müssen und alles Falsche und Künstliche abwerfen. Dazu sind die wenigsten in der Lage. Das sichere Leben mit Schuld, Scham und Leid wirkt weniger beängstigend, als das Unbekannte, Neue, das auf der anderen Seite wartet.

Kenny Blöcker

Seit ich denken kann, wollte ich die Welt um mich herum verstehen. Als Life Coach kann ich meine Wissbegierde stillen und gleichzeitig die Freude am Lernen mit meinen Mitmenschen teilen.

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