Ökonomie

Geld

09. September 2025

Geld ist allgegenwärtig, jeder benutzt es Tag-täglich mehrmals. Viele sehen in Geld Status und Macht und jagen diesen Illusionen blind nach, für andere personifiziert Geld den Teufel. Das Sprichwort "Geld ist die Wurzel allen Übels" resoniert in unserer heutigen Zeit. Doch wenn man es genau nimmt, steht in der Bibel sinngemäß "Die Liebe zu Geld ist die Wurzel allen Übels". Ein sehr bedeutender Unterschied.

Was ist Geld?

Geld ist ein Netzwerk, welches Informationen in der Form von Preisen und Salden durch Raum und Zeit transferiert. Salden sind diskrete Mengen an Geld, die eine Person zu einer bestimmten Zeit besitzt. Preise beschreiben Summen an Geld, für die bestimmte Güter gehandelt werden. Ein Handel setzt sowohl ein gewisses Maß an Einigkeit und Uneinigkeit voraus. Der Käufer und Verkäufer müssen einerseits eine Menge an Übereinstimmungen haben, nicht zuletzt ein gemeinsames Verständnis von dem, was ein Handel überhaupt ist. Die Uneinigkeit der beiden Parteien besteht in ihrer individuellen Bewertung der Güter, die gehandelt werden. Beide empfinden das was sie erhalten für wertvoller, als was sie aufgeben. Ein einvernehmlicher Handel ergibt somit immer eine positive Summe. Wert wurde erschaffen.

Dieses Geld-Netzwerk muss von irgendetwas oder irgendwem operiert werden. Dabei müssen fundamental zwei Funktionen erfüllt sein: das Speichern und das Aktualisieren von Salden. Die wichtigen Fragen sind also, wer oder was speichert die Salden und wer kann diese aktualisieren? Mehr hierzu in Kürze.

Am einfachsten und intuitivsten kann Geld wahrscheinlich als ganz normales Gut auf dem Markt verstanden werden. Es gibt keinen kategorischen Unterschied zwischen Geld und Autos, Brot, Versicherungen oder Freizeitparks. Menschen kaufen und nutzen Autos als Transportmittel, Brot zum Essen, Versicherungen zum Schutz und besuchen Freizeitparks zur Unterhaltung. Güter befriedigen menschliche Bedürfnisse. So auch Geld.

Geld befriedigt gewisse Bedürfnisse für seine Käufer. Ja, Geld wird genauso gekauft wie alles andere. Bezahlt wird in der Regel mit Zeit und Arbeitskraft. Der einzige Unterschied zwischen Käufer und Verkäufer ist der Blickwinkel, der eingenommen wird. Dank Geld musst du nicht auf den Markt gehen mit hunderten von verschiedenen Gütern, um den Händlern genau das anbieten zu können, was sie gerade brauchen, in der Menge wie sie es brauchen und wie sie angemessen ist für den Handel. Du gibst dem Händler einfach etwas Geld, das er wiederum eintauschen kann für Dinge, die er dann benötigt. Tauschhandel ohne Geld ist sehr ineffizient und aufwendig. Weiterhin ermöglicht dir Geld, Arbeit die du in der Vergangenheit geleistet hast, in der Zukunft einzulösen. Es verspätet also die Bezahlung zu einem dir passenden Moment. Abschließend vereinfacht dir Geld ökonomische Kalkulationen anzustellen. Du musst nicht umrechnen, wie viel Brot ein Auto wert ist, oder wie viele Eier du gegen einen Liter Milch tauschen kannst. Du kennst einfach alle Preise in Geld, und nicht in Eier, Milch oder Autos. All diese Dinge sind der Grund, warum jede Kultur die eine oder andere Form von Geld entwickelt hat. Es ist einfach ein extrem praktisches Werkzeug. Aber eben auch nicht mehr.

Wie werden Salden aktualisiert?

Zurück zu der Frage, wie Salden gespeichert und aktualisiert werden. Konkret, wie du Geld bekommst und Geld asgibst.
Geld kann von den Gesetzen der Physik operiert werden. Das simpelste Beispiel hier wäre Gold und Silber. Das Speichern geschieht ganz einfach in der Form von physischen Mengen an bestimmten Orten. Aktualisiert werden die persönlichen Salden durch einen physischen Austausch. Einfacher könnte es nicht sein. Nur du allein, der deine Münzen physisch besitzt, kannst also dein persönliches Saldo aktualisieren, Diebstahl ausgenommen.

Unsere heutige Welt funktioniert einerseits in physischer Form mit Papier Scheinen und Metall Münzen, andererseits in digitaler Form mit Zahlen in Informationssystemen gespeichert in Computern. Das Erstellen, Speichern und Aktualisieren wird hier von bestimmten Institutionen übernommen, welche von Nationalstaaten genehmigt sind. Das Aktualisieren von deinem persönlichen Saldo wird strikt von diesen Institutionen (Banken) geregelt, entweder auf deiner Anweisung hin, oder auf die des Staates. Du bist in diesem Fall, anders als bei Gold, also nicht souverän. Es steht immer ein Mittelsmann zwischen dir und deinem Geld. Nun scheint Bargeld sehr ähnlich zu Gold zu sein. Du hältst es physisch und nur du allein hast Zugriff auf dein Bargeld. Der wichtige Unterschied liegt darin, wie neues Geld in beiden Fällen in Umlauf kommt.

Inflation

Preisinflation ist das Resultat eines Anstiegs in der Geldmenge über das hinaus, was der Freie Markt von sich aus produzieren würde.

Gold wird konstant aus der Erde geholt, die Menge an Gold steigt also stetig an. Jedoch gelten im Fall von Gold für alle die gleichen Spielregeln, welche die Natur vorgibt. Es ist sehr kostspielig, Gold zu schürfen. Des Weiteren ist dies mit dem Risiko verbunden, dass das investierte Kapital zum Schürfen nicht durch den Ertrag gedeckt werden kann, der Unternehmer also Verlust macht. Dies führt dazu, dass egal, ob Gold durch das Produzieren von anderen Gütern und den nachfolgenden Tausch dieser Güter gegen Gold erworben wird, oder durch Schürfen, es wird für das Gold bezahlt.

In dem Fall von durch Nationalstaaten sanktionierten Währungen sieht es anders aus. Der Staat (oder Zusammenschluss von Staaten im Fall des Euro) gibt sich das alleinige Recht, neue Mengen an Währung im Umlauf zu bringen. Es kostet der US-Zentralbank ungefähr 20 Cent, eine $100 Note zu produzieren. Das heißt, dass mit jedem neuen $100 Schein der Staat ein Gewinn von $99,80 macht. Nun ist Geld allerdings eine Repräsentation von in der Vergangenheit geleisteter Arbeit. Wohlstand bemisst sich an der Menge an Gütern und Dienstleistungen in einer Gesellschaft. Geld ist lediglich eine Repräsentation dieser Güter und Dienstleistungen, für die es gehandelt werden kann. Wenn jetzt eine höhere Geldmenge der gleichen Menge an Gütern gegenüber steht, wird jede einzelne Geldeinheit weniger Kaufkraft besitzen. In unserem Beispiel erschafft die Zentralbank also keinen Wert in Höhe von $99,80, sondern enteignet diese Summe all denen, die den Dollar benutzen. Es findet also eine Umverteilung von Ressourcen statt, keine Produktion neuer Ressourcen.

Wichtig zu verstehen ist, dass das Monopol auf Geldproduktion zu einer Umverteilung führt. Es ist nichts anderes als eine verdeckte Steuer, die sich über Zeit bemerkbar macht. Gäbe es dieses Monopol nicht und jeder könnte $100 Scheinen produzieren, würde der "Preis" von diesem sehr schnell auf die 20 cent Produktionskosten fallen. Warum sollte ich mehr ausgeben für etwas, als es mich kostet, dieses selbst zu produzieren? An dem Punkt gäbe es im US Dollar keine Inflation mehr. Die Währung wäre allerdings relativ nutzlos, da man Berge an Dollar-Noten gegen Güter tauschen müsste.
Nun kommt heutzutage das meiste neue Geld nicht in physischer Form, sondern in digitaler Form in Umlauf. Das Prinzip hat sich allerdings nicht geändert. Die Differenz zwischen dem Erstellen des Geldes (ändern eines Eintrags in einem Computer) und dem nominalen Wert dieses Geldes, ist die Summe, die Umverteilt wird.

Kenny Blöcker

Seit ich denken kann, wollte ich die Welt um mich herum verstehen. Als Life Coach kann ich meine Wissbegierde stillen und gleichzeitig die Freude am Lernen mit meinen Mitmenschen teilen.

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